Schuldneratlas 2018 - Metropolregion Köln/Bonn

In den meisten Gebieten der Metropolregion Köln/Bonn hat sich die Schuldnerquote gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert. Wie der heute vorgelegte „SchuldnerAtlas 2018 – Metropolregion Köln/Bonn“ von Creditreform Köln und Creditreform Bonn zeigt, gelten in der Stadt Köln 105.300 Personen als überschuldet. Das sind zwar erneut mehr Personen als im Vorjahr. Weil aber im gleichen Zeitraum die Einwohnerzahl zugenommen hat, sinkt die Schuldnerquote ganz leicht von 11,78 Prozent im Jahr 2017 auf nun 11,67 Prozent. In der Bundesstadt Bonn hat die Zahl der Schuldner leicht abgenommen: Sie sank um 130 auf 23.610 – und mit ihr die Schuldnerquote um moderate 0,13 auf 8,87 Prozent. Somit gilt jeder elfte Einwohner Bonns ab 18 Jahren als überschuldet, in Köln trifft das dagegen fast auf jeden achten zu.

Die geringste Schuldnerquote von allen untersuchten Gebieten der Metropolregion Köln/Bonn weist weiterhin der Kreis Ahrweiler auf; die Quote liegt, wie im Vorjahr, bei 8,7 Prozent. Im bundesweiten Vergleich belegt der Kreis Ahrweiler damit allerdings auch in diesem Jahr nur Platz 150 von 401 Kreisen und kreisfreien Städten. Der Rhein-Sieg-Kreis folgt auf Platz 161, Bonn verbesserte sich um zehn Positionen auf Platz 164. Köln belegt Platz 324, acht Ränge besser als im Vorjahr. Die zweithöchste Schuldnerquote in der Metropolregion Köln/Bonn nach Köln verzeichnet der Rhein-Erft-Kreis mit 11,4 Prozent; Platz 311 im Deutschlandvergleich. Als überschuldet gelten Personen über 18 Jahre, die die Summe ihrer fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen können und denen zur Deckung ihres Lebensunterhaltes weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Auffällig sind die erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Stadtteilen und Gemeinden. Während beispielsweise in den Kölner Stadtteilen Widdersdorf, Lindenthal und Fühlingen nur rund fünf Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre als überschuldet gelten, belegen Gremberghoven (26,5 Prozent), Meschenich (24,7 Prozent) und Lindweiler (22,3 Prozent) traurige Spitzenplätze. Hier ist jede fünfte bis jede vierte Person überschuldet. „Auffällig ist zudem, dass in einigen Vierteln mit hoher Überschuldung die Schuldnerquote weiter steigt“, betont Moritz von Padberg, Geschäftsführer der Creditreform Köln v. Padberg KG und einer der beiden Herausgeber des „SchuldnerAtlasses 2018 – Metropolregion Köln/Bonn“. Beispiele dafür sind Meschenich, Bilderstöckchen und Lindweiler. Ebenso auffällig: Zu den Stadtteilen mit der größten Verbesserung zählen gleichfalls einige Viertel mit einem besonders hohen Überschuldungsanteil. So sank die Schuldnerquote in Roggendorf/Thenhoven und Gremberghoven spürbar.

Der „SchuldnerAtlas 2018 – Metropolregion Köln/Bonn“ von Creditreform Bonn und Creditreform Köln bietet einen systematischen kleinräumigen Überblick zur Überschuldung von Privatpersonen. Anhand von Tabellen, Grafiken und Karten lässt der Schuldneratlas genau Vergleiche innerhalb der Städte und Kreise zu. Die Analyse basiert auf den Daten und Karten der Creditreform-Tochterfirmen Creditreform Boniversum GmbH und microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH, beide mit Sitz in Neuss. Die zugrundeliegenden Einwohnerzahlen stammen aus den „Kölner Statistischen Nachrichten“, „Kölner Stadtteilinformationen“, der Statistik „Bevölkerung nach Altersgruppen und statistischen Bezirken“ der Statistikstelle der Bundesstadt Bonn sowie vom Statistischen Bundesamt.

Der regionale Schuldneratlas erscheint alljährlich im Herbst – traditionell nach der Veröffentlichung des bundesweiten Schuldneratlasses. Den legte die Creditreform diesmal am 13. November vor. Ergebnis: Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist seit 2014 zum fünften Mal in Folge angestiegen. Die Überschuldungsquote bleibt jedoch nahezu konstant, da die Bevölkerung durch Zuwanderung und Migration nochmals leicht zugenommen hat. Zum Stichtag 1. Oktober 2018 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Überschuldungsquote von 10,04 Prozent gemessen. Damit sind weiterhin über 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Dies sind rund 19.000 Personen mehr als vergangenes Jahr – ein Plus von 0,3 Prozent).

 

 

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